 |
„Spiel- und Sportpark“ aus dem Nichts
Evangelische Jugend aus dem Kirchenkreis Herford beteiligte sich am Kirchentag
Während im Hintergrund die Wagenkolonne eines Spitzenpolitikers mit Blaulicht vorbeifährt, sitzen Martin, Kim und Ina beim Kaffee im Mitarbeiterzelt und planen ihr Kirchentagsprogramm. Dabei sind aber drei Stunden pro Tag fest verplant: Die drei 16- bis 19-jährigen Jugendlichen aus Herford-Herringhausen sind nicht als „einfache“ Teilnehmer nach Bremen gefahren, sondern betreuen zusammen mit 50 anderen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Großspielgeräte, mit dem sich die Evangelische Jugendarbeit aus dem Kirchenkreis Herford am „Spiel- und Sportpark“ und am „Zentrum Jugend“ auf dem Kirchentag beteiligt. „Toll, wie viele junge Menschen hier sind“, sagt Kim, die zum ersten Mal auf einem Kirchentag ist. Ihr Bruder Martin, der bereits in Köln als Mitarbeiter dabei war, hat sie für Mitmachen geworben.
Das Hafengelände der „Überseestadt“ ist durch den Kirchentag in ein Veranstaltungsareal verwandelt worden. Ein Strom von Menschen bewegt sich zwischen den als Veranstaltungssälen genutzten Lagerhäusern, Zelten und Open-Air-Bühnen. Das „Zentrum Jugend“ hat in der Halle des „BLG-Forums“ eine Bühne aufgebaut, rund um das alte Backsteingebäude gruppieren sich Informationszelte und eine kleinere Außenbühne. Eine Viertelstunde Fußweg entfernt liegt der „Spiel- und Sportpark“, der von den aufblasbaren Großspielgeräten aus Herford, Trampolinen und Feldern für Beachvolleyball, Soccer und andere Ballspiele dominiert wird. Die Jugendarbeit aus dem Kirchenkreis Herford kooperiert hier mit der aus Bielefeld, die mit Saftbar und einem Großangebot an Geschicklichkeitsspielen angereist ist; für die Verpflegung sorgt die Evangelische Jugend Köln mit Nudeln und Reis – und für die Beschallung die Evangelische Jugend aus Steinfurt mit einem „Sing-Star-Wettbewerb“. Im Hintergrund haben christliche Pfadfinder ein Zeltdorf aus Jurten aufgebaut.
„Als wir am Mittwochmorgen ankam, war hier noch ein großes Nichts“, sagt Peter Bulthaup, Jugendreferent aus Rödinghausen, der zusammen mit seinen Kollegen Christian Stöppelmann (Spenge) und Ernst-Udo Herche (Herford-Land) für die Angebote verantwortlich ist. Innerhalb eines Tages wurde der „Spiel- und Sportpark“ errichtet. „Wir haben mit diesem Angebot beim Kirchentag in Köln gute Erfahrungen gemacht“, sagt Christian Stöppelmann, „und haben unser Engagement noch einmal verstärkt“. Kistenrutsche und Street-Soccer-Anlage aus Bielefeld, „Bungee-Run“, „Riesenrutsche“ und „Riesenkicker“ sowie drei Trampoline sorgen dafür, dass sich Jugendliche auf dem Kirchentag auch richtig austoben können.
Am Himmelfahrtstag beteiligt sich die Jugendarbeit aus Herford und Bielefeld auch wesentlich am Bühnenprogramm der Evangelischen Jugend von Westfalen im BLG-Forum. Ten-Sing-Gruppen aus Ostwestfalen treten am Vormittag mit einer Bühnenshow auf, nach dem Mittagsgebet mit Präses Alfred Buß hat der Eilshauser Gospelchor InJoy seinen Auftritt. Die Halle ist gut gefüllt – und die Gospelsänger werden für ihren Auftritt mit kräftigem Applaus belohnt. Es folgen eine Tanzgruppe aus Bielefeld und ein Musikquiz, danach haben Kinder und Jugendliche aus dem „Hits-and-Kids“-Projekt der Evangelischen Jugendarbeit Herford-Innenstadt ihren Auftritt. Die vierzig Kinder und zwanzig Mitarbeiter, die mit zwei Reisebussen aus Herford angereist sind, singen die Songs des Musicals, mit dem sie im letzten Jahr im Herforder Stadttheater auftraten: „Joseph – ein echt cooler Träumer“. Riesenapplaus für die Herforder – der sich allerdings mit Regenprasseln mischt: Während des Auftritts geht über Bremen ein heftiges Unwetter nieder, das etliche der Außenanlagen in Minuten unter Wasser setzt. Glücklicherweise dauert der Regen nicht lange – als die Herforder Sänger nach vierzigminütigem Auftritt die Bühne verlassen, um zu ihren Bussen zu gehen, ist es wieder trocken. Auch die Mitarbeiter im Spiel- und Sportparkt sind damit beschäftigt, Zelte und Spielgeräte zu trocknen und zu reparieren.
Während die Hits-and-Kids-Gruppe aus Herford nur für wenige Stunden Kirchentagsluft schnuppert, bleiben die Mitarbeiter an den Großspielgeräten bis Sonntag. Für sie ist der Kirchentag erst dann zu Ende, als alle Geräte wieder in Anhängern und Transportern verstaut sind und aus dem „Spiel- und Sportpark“ wieder eine Brachfläche im Hafengelände geworden ist. hö
Fotos Bernd Höner.
P.S. Eine Langform dieses Artikels und weitere Nachrichten aus dem
Kirchenkreis Herford und aus unserer ganzen Kirche lesen Sie auch in Unsere Kirche, der evangelischen Wochenzeitung für Westfalen und Lippe.
Zurück
|
 |