Ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt
"Wenn einer alleine träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, so ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit“ - so hat es Dom Helder Camara formuliert, und wir haben es in den 80er Jahren als Kanon gesungen.
Mein Traum für die Dekadearbeit im Kirchenkreis Herford:
Die Einsichten in die Chancen kreativer Konfliktbearbeitung stecken immer mehr Menschen an. Gewalt wird zum Thema, das nicht mehr belastet, sondern befreit. Die Kirchen nehmen den Auftrag Jesu zum Friedenstiften ernst.
In jeder Gemeinde werden regelmäßig Friedensgottesdienste gefeiert. Auf allen Ebenen der Kirche wird nach Strukturen und Auswüchsen von Gewalt gefragt, um konkrete Handlungsschritte zu entwerfen. In allen Konventsbereichen lassen sich Gemeindeglieder in kreativer Konfliktbearbeitung ausbilden. Sie arbeiten in „Friedensstiftergruppen“ zusammen, die in Situationen zugespitzter Konflikte oder an Orten wiederholter Klagen über Gewalt als unabhängige Beobachter, Berater oder Mediatoren angefragt werden können. Die Gemeinden intensivieren ihre Kontakte ins Ausland und ermöglichen gerade Jugendlichen die Erweiterung ihres Horizontes.
Die Kirche wird eine Frieden stiftende Kraft vor Ort und überregional: Weil es in ihrer Mitte so viele Kompetenzen der Gewaltfreiheit gibt, wird sie immer wieder um Vermittlung gebeten, ihr Rat wird eingeholt, ihr Wort gehört.
Nach einiger Zeit gehört die professionelle (und doch meist ehrenamtlich ausgeübte) Konfliktbearbeitung so selbstverständlich zur Kirche wie heute Kindergärten und Diakoniestationen.
Nur ein Traum? Oder doch ein starker Zweig am Baum des Reiches Gottes, der aus dem kleinen Senfkorn wächst? Ich lade herzlich ein zur Diskussion und zum Mitträumen!
Pfr. Berthold Keunecke, Synodalbeauftragter des Kirchenkreises Herford für die ökumenische Dekade zur Überwindung von Gewalt
|