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Halbzeit


Die Viertelstunde zwischen der ersten und der zweiten Hälfte eines Fußballspiels bringt das Spiel auf andere Weise weiter: Die Spieler haben eine Pause zur Regeneration. Im Kontakt zwischen ihnen und dem Trainer kommen die Stärken und Schwächen der ersten Spielhälfte zur Sprache. Die Strategie des weiteren Spiels wird festgeklopft. Die Spieler sollen ihre Kräfte bis zum Schluss zielgerichtet und konzentriert einsetzen. Auch im Fernsehen werden einzelne Spielszenen analysiert und kommentiert. Es wird über Konsequenzen für die weitere Strategie gefachsimpelt. Die Pau-se mitten im aktiven Spiel steigert auch beim Zuschauer die Spannung, wie es wohl weitergehen wird.

Nicht nur beim Fußball oder bei anderen Sportarten bringt die Halbzeitpause das Spiel und die Spieler durch die erneute Konzentration auf das Ziel und die nötigen Schritte voran. Auch der Ablauf des Jahres 2010 hat Ende Juni Halbzeit. Mit dem Sommeranfang werden die Tage allmählich wieder kürzer, das Jahr „nimmt ab“. In sechs Monaten ist wieder Weih-nachten. In den Sommerferien, die in zweieinhalb Wochen beginnen, gönnen sich viele Menschen, Familien und Betriebe eine Pause, eine Zeit der Entschleunigung, eine Auszeit zur Erholung ohne Termindruck. Wo man im Alltag nur zu funktionieren hatte, erwachen wieder Kreativität und Lust auf Neues. Ein äußerer und innerer „Tapetenwechsel“ hilft Körper und Geist, überfällige Ruhezeiten nachzuholen. Die Fülle der Aufgaben und das Tempo unseres Lebens erscheinen unter einem anderen Blickwinkel: Kann ich und will ich so weiter machen wie bisher? Wie lange reichen meine Kraftreserven? Habe ich Möglichkeiten, meine Situation positiv zu verändern? Gibt es Stellschrauben, an denen ich drehen kann? Kann ich Arbeiten und Ruhen besser ausbalancieren?

Im Ablauf des christlichen Festkalenders ist ebenfalls Halbzeit. Der Johannistag (24.6.) rückt Johannes den Täufer ins Blickfeld. Er wollte mit seiner Botschaft der Besinnung und Umkehr die Menschen auf die Ankunft des Messias vorbereiten. Der Auftakt der öffentlichen Wirksamkeit Jesu führte Leben und Auftrag des Johannes an einen Wendepunkt. Johannes sagte über Jesus: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“. Er erkannte die Notwendigkeit, sein eigenes Wirken neu zu bedenken und zu bewerten. Das Vorbild des Johannes regt mich an, die „Halbzeitpausen“ meines Lebens zu nutzen – zur kritischen Standortbestimmung und zum Auftanken.

Pfr. Markus Fachner, Philippus-Kirchengemeinde Bünde

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