Armin T. Wegner - Der vergessene Völkermord
Der Evangelische
Kirchenkreis Herford und die Deutsch-Armenische Gesellschaft widmet sich vom
12. März 2011 – 30. April 2011 den Fotografien des Wuppertaler Schriftstellers Armin T. Wegner (*1887
Elberfeld, †1978 im Exil in Rom), welcher 1915/16 Zeuge der Vertreibung des
armenischen Volkes aus dem Osmanischen Reich war. Die Ausstellung zeigt die Bilder dieses Massakers aus dem fotografischen
Nachlass des Dichters im der Offenen Kirche St. Johannes in Herford.
Wegner avanciert in
den 20er Jahren mit seinen Reiseberichten „Fünf Finger über Dir“ (1929) und „Am
Kreuzweg der Welten“ (1930) zum Bestsellerautor. Die Texte des vom Orient
faszinierten Schriftstellers erzählen von seinen ausgedehnten und
abenteuerlichen Reisen, die er zusammen mit seiner Frau, der jüdischen Dichterin
Lola Landau, unternahm und zeugen zugleich von seiner Leidenschaft zum Leben
und Erleben.
Der lebenshungrige und abenteuerlustige Dichter vergaß jedoch nie, auch hinter die Kulissen
der Zeitgeschehnisse zu blicken. So wurde er 1915 - als Sanitätsoffizier des
Roten Kreuzes in Bagdad - Zeuge der Vertreibung der Armenier. Trotz Verbots
begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte, schmuggelte Briefe der
Verfolgten zur amerikanischen Botschaft und die entstandenen Bilder unter
seiner Bauchbinde nach Deutschland.
Armin T. Wegner forderte
Gerechtigkeit, Gleichheit und Menschlichkeit unter den Menschen und Völkern.
Diese Haltung brachte er u.a in seinen revolutionären Aufrufen wie „Der
Ankläger – Aufruf zur Revolution“, seinem Dia-Vortrag „Austreibung des
armenischen Volkes in die Wüste“ oder in seinem „Brief an Hitler“ zum Ausdruck.
Die Offene Kirche als Ort
der Ausstellung stellt das Thema einer kritischen Auseinandersetzung
hinsichtlich des Umgangs mit dem Völkermord bewusst in den Dialog mit dem
sakralen Ort und damit auch mit einer theologischen Auseinandersetzung.
Ausstellungsort:
Offene Kirche St. Johannes,
Neuer Markt 1
32052 Herford
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