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Das Herz der Menschen berühren


320 Gäste feiern das 84. Jahresfest der Evangelischen Frauenhilfe im Kirchenkreis Herford

Foto:  Superintendent Michael Krause mit einem Buch von Erich Kästner, auf der Bühne sind auch Pfarrerin Sabine Haverkamp (links) und Lianne Holtmann. Dahinter stehen einige der Mitorganisatorinnen und der neue Kirchenkreis-Verwaltungsleiter, von links: Erika Thoms, Henning Weihsbach-Wohlfahrt, Renate Schroeder, Monika Niemeyer, Heike Schotte, Ingelore Gaede, Gisela Dröge, Rita Rünger und Irmgard Schröder.

Im Saal wurde es zeitweise ganz still, als Superintendent Michael Krause aus den Werken Erich Kästners vorlas. Die 320 Gäste des Herforder Bezirksverbandes der Evangelischen Frauenhilfe erlebten ein besonderes 84. Jahresfest.

Ein Superintendent als Gastredner, der auf der Bühne Erich Kästner rezitiert, ist nicht alltäglich. Kästner wolle vom Guten erzählen und uns ermutigen, erklärte der Theologe, der seit seiner Jugend ein bekennender Fan des berühmten deutschen Kinderbuchautors ist. Mit dem Lesen des Buches „Emil und die Detektive“ fing damals seine Leidenschaft an, heute liest Krause diesen Roman seinen eigenen Kindern vor, wie er den Zuhörern verriet.

Mit Kästners Biografie und dem Zitieren ausgewählter Textpassagen sorgte der Superintendent für Kurzweil und entlockte den Zuhörern mehrfach ein herzhaftes Schmunzeln. Der Schriftsteller habe als Moralist und satirischer Menschenfreund seinen Zeitgenossen gerne den Spiegel vorgehalten, erklärte Krause. Gleichwohl sei sein Herz immer dem Guten zugewandt gewesen und er hätte versucht, das Herz seiner Leser zu berühren.

„Lasst euch die Kindheit nicht austreiben“, zitierte der Superintendent den Schriftsteller und empfahl, sich Kästners Werk ganz unbefangen zu nähern, so wie das auch Kinder machen. Beim Vortragen eines Gedichtes wurde er musikalisch begleitet vom Keybord spielenden Henning Weihsbach-Wohlfahrt, dem neuen Kirchenkreis-Verwaltungsleiter. Das Duo bewies ein harmonisches Zusammenspiel von theologischer und administrativer Kirchenkreis-Leitung.

Die Andacht während des Jahresfestes hielt Pfarrerin Sabine Haverkamp, die aus dem zweiten Buch Mose (15, 20 f.) las und von der Prophetin Miriam berichtete. Nicht nur Feministinnen sehen in ihr eine führende Persönlichkeit in der Vergangenheit Israels. „Eine Frau in einer Führungsposition. Ein moderner Gedanke“, sagte Haverkamp und ergänzte: „Miriam singt davon, dass die Waffen vernichtet werden.“ Sie schreibe es Gott zu, dass die aus Ägypten Fliehenden ihren bewaffneten Verfolgern entkommen. Haverkamp: „Im ältesten Text der Bibel ergreift Gott für die Unterdrückten und gegen militärische Gewalt Partei.“

„Hier bei unserem Jahresfest im Schützenhof Herford ist eine schöne, gute Stimmung“, resümierte Lianne Holtmann aus Bünde-Spradow. Gemeinsam mit Marianne Löwenberg aus Löhne-Mennighüffen leitet sie den Bezirksverband der Evangelischen Frauenhilfe.

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