Fachleute vom Angebot positiv überrascht

Hans-Georg Klohn (links) und Gerd Wiescher im
Kirchenkreisamt an der Hansastraße in Herford
Als Hans-Georg Klohn das erste Mal in sein
Büro mit Blick auf die Werre kommt, ist sein Schreibtisch fast leer. „Irgendwie
habe ich da geahnt, was auf mich zukommt“, erzählt er.
Seit Ende Januar unterstützen zwei kirchliche
Verwaltungsexperten aus dem Ruhrgebiet den Superintendenten Michael Krause. Sie
bleiben im Kirchenkreisamt Herford bis die vakante Stelle des
Verwaltungsleiters neu besetzt ist. Hans-Georg Klohn (63), ehemaliger
Verwaltungsleiter des Kirchenkreises Unna, und Gerd Wiescher (60), ehemaliger
Leiter der Finanz- und Haushaltsabteilung des Kirchenkreises
Gladbeck-Bottrop-Dorsten, bringen jahrelange Berufserfahrung mit ins
Wittekindsland.
Trotzdem ist hier vieles ganz anders als in ihrer Heimat.
Zum Beispiel brauchten sie nach eigener Aussage mehrere Arbeitstage, um sich
einen detaillierten Überblick über die Finanzbuchhaltung zu verschaffen, denn
das Software-Programm ist völlig verschieden zu den Programmen, die sie kennen.
Auch die thematische Arbeit des Kirchenkreises ist wesentlich umfangreicher,
als von den beiden Fachleuten erwartet.
Klohn: „Wir sind positiv überrascht über die Vielzahl von
Aufgaben und Angeboten des Kirchenkreises.“ Das sei sehr beeindruckend,
allerdings beinhalte diese Vielfalt auch finanzielle Risiken, ergänzt Wiescher.
In den kommenden Jahren würde viel Geld benötigt, um alle Gebäude und
Arbeitsplätze in den kirchlichen Einrichtungen, zum Beispiel den Kindergärten,
zu erhalten. Wiescher: „Die Zinserträge aus dem im Januar bekannt gewordenen
Sondervermögen werden dringend gebraucht, um den Haushalt auszugleichen.“
"Kirchenkreisverwaltung arbeitet sehr ordentlich"
Klohn und Wiescher arbeiten sorgfältig und bedacht. Sie
sind nach eigener Aussage nicht gekommen, um hier alles umzukrempeln, sondern
sie wollen dem Kirchenkreis in einer schwierigen Übergangsphase helfen. Klohn:
„Wir sind keine Inquisitoren, sondern wir schauen nur nach vorne.“ Zu ihren
Aufgaben gehört die fachliche Beratung im Verwaltungsalltag. „Die Kollegen hier
sind motiviert. Nach unserem bisherigen Kenntnisstand wird in den Abteilungen
der Kirchenkreisverwaltung sehr ordentlich gearbeitet“, sagt Wiescher. Außerdem
entwickeln die beiden Fachleute Vorschläge, wie das Sondervermögen in die
ordnungsgemäße Vermögensverwaltung zu integrieren ist. Entscheidungen treffen
Klohn und Wiescher jedoch nicht, denn das bleibt unter anderem der Kreissynode
vorbehalten, die Anfang Juli tagt. Bis dahin wollen sie ihre Vorschläge für das
Entscheidungsgremium mit größtmöglicher Transparenz vorbereiten.
Beide Fachleute fahren durchschnittlich ein- bis zweimal
mit der Bahn nach Herford. Außerdem arbeiten sie von zu Hause aus für das Kirchenkreisamt,
mit dem sie per Internet verbunden sind.
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