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Fastenwoche für Frauen im Kreiskirchenamt Herford


Loslassen und neue Erfahrungen machen

Meditativer Tanz 

. „Flügel wachsen im Loslassen“ – dieser Gedanke ist das Motto der Fastenwoche für Frauen, die am Donnerstag, 17. März, im Kreiskirchenamt Herford zu Ende ging. Eine Woche lang haben 20 Frauen unter der Anleitung von Sabine Haverkamp, Pfarrerin im Frauenreferat des Kirchenkreises Herford, und Regine Holz, Heilpraktikerin, keine feste Nahrung zu sich genommen, sondern nur getrunken. Neben gesundheitlichen Aspekten wie Abnehmen oder gute Ernährung nahmen die Frauen auch aus religiösen Motiven teil. 

„Fastens ist so alt wie die Menschheit“, sagt Sabine Haverkamp, die seit zehn Jahren Fastengruppen in der Passionszeit begleitet. Das Christentum hat diese Tradition aus dem Judentum, in dem am Versöhnungstag gefastet wird, übernommen. In der Adventszeit und der Zeit vor Ostern wurde in früheren Jahrhunderten in den Klöstern gefastet. Heute fasten Christinnen und Christen vor allem in den sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern zur Vorbereitung auf das Osterfest. Die kirchliche Bewegung „Sieben Wochen Ohne“ ruft seit 1983 jedes Jahr Menschen dazu auf, in der Passionszeit auf Gewohnheiten, Rauchen, Alkohol, Schokolade oder Fernsehen zu verzichten. Unter dem Motto „Sieben Wochen anders leben“ fordert der ökumenische Verein Andere Zeiten (Hamburg) in diesem Jahr zum Fasten auf. Weil Fasten Kraft und Nerven kostet, bietet der Verein Unterstützung und Begleitung an – mit Fastenbriefen und einem Forum im Internet. „Fasten heißt verzichten – aber es bedeutet auch einen Gewinn“, sagt Pastor Thomas Kärst, Chefredakteur von Andere Zeiten.

Fasten könne helfen, neue Erfahrungen mit sich, seiner Umwelt und mit dem Glauben zu machen, erläutert Pastorin Haverkamp. „Der völlig Verzicht auf feste Nahrung und eine Woche lang nur zu trinken, bringt für mich jedes Mal wieder neue Erfahrungen mit sich“, erzählt Frauke Brauns, die als Teilnehmerin der Gruppe zum zweiten Mal dabei ist. In der Passionszeit habe sie immer wieder auf Schokolade oder Fernsehen verzichtet, was ihr schwer gefallen sei. Der Verzicht auf feste Nahrung bringe ambivalente Erfahrungen mit sich. Er schaffe ihr mehr Zeit für andere Dinge, z.B. Spaziergänge zur Mittagszeit. Allerdings wechselten sich beim Fasten körperlich starke und schwache Tage ab. „Da ist es schön, wenn andere einen begleiten“, sagt sie. Sie nehme auch deshalb an der Fastengruppe in Kirchenkreis teil, weil sie sich von Regine Holz kompetent medizinisch betreut wisse. Und so fühlt sie sich am Ende der Woche gestärkt: „Das Motto der Woche forderte mich auf, loszulassen und zu schauen, was sonst noch in mir steckt.“

Neben dem Austausch über die Erfahrungen mit dem Fasten und Übungen für das körperliche Wohlbefinden bedachte die Gruppe bei den abendlichen Treffen verschiedene Bibeltexte zum Thema Loslassen. „Wir haben über das Verhältnis von Nächsten- und Selbstliebe nachgedacht und darüber, wie im Loslassen Vertrauen zu Gott wachsen kann“, fasst Sabine Haverkamp den spirituellen Teil der Woche zusammen. Meditationen und Singen bildeten den Rahmen für die abendlichen Treffen.

Foto: Am Dienstagabend übte die Fastengruppe für Frauen im Kirchenkreis Herford meditative Tänze. Die Bewegungseinheiten bei den abendlichen Treffen waren den Frauen sehr wichtig.(Text und Foto: Frauke Brauns)


 

 

 

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