Zu viel Alkohol und Medikamente
Fachstelle Sucht im Diakonischen Werk Herford berät knapp 600 Frauen und Männer

Foto: Das Mitarbeiterteam der Fachstelle
Sucht im Diakonischen Werk Herford. Von links: Martin Holstein, Bernhard Weil,
Angelika Grote, Klaus Czok, Bärbel Witte und Angela Budde
Es gibt nicht weniger Menschen als früher
mit Suchtproblemen, aber sie sind jünger und suchen eher Hilfe. Das Diakonische
Werk berät Alkohol- und Medikamentenabhängige und deren Angehörigen. Außerdem
ermöglichen Suchttherapeuten eine ambulante Reha in Herford und Bünde.
Führerschein weg, Probleme am Arbeitsplatz, Streit in der
Familie: Irgendwann kann man seine Abhängigkeit nicht mehr verheimlichen.
Spätestens dann wenden sich viele an die Fachstelle Sucht im Diakonischen Werk
Herford. „Wenn sie kommen, wollen sie auch Hilfe“, sagt Diplom-Psychologin
Angelika Grote. Sie koordiniert die Beratung für Betroffene und Angehörigen aus
Bünde, Enger, Herford, Hiddenhausen, Kirchlengern, Rödinghausen, Spenge und
Löhne. Vergangenes Jahr wandten sich knapp 600 Frauen und Männer an die
Fachstelle.
Die Mitarbeiter informieren in der Beratung und der
Info-Gruppe Sucht zum Beispiel über den Verlauf und die
Behandlungsmöglichkeiten der Suchterkrankung. Sie vermitteln in Entgiftung
sowie in ambulante und stationäre Therapie, beraten in den Kliniken und
arbeiten in enger Kooperation mit den Selbsthilfegruppen. Außerdem unterstützen
sie die Hilfesuchenden mit Einzel-, Paar-, Familien- oder Gruppengesprächen.
Seit 18 Jahren ist Angelika Grote in der Suchtberatung
tätig. Ihrer Beobachtung nach sind heute die Leute eher bereit Hilfe anzunehmen
als früher. Ein Grund dafür kann auch in der ambulanten Therapie liegen, die es
im Diakonischen Werk seit zehn Jahren gibt. „Es muss nicht mehr jeder zu einer
stationären Therapie, sondern viele können das auch ambulant in Herford oder
Bünde machen und währenddessen zum Beispiel weiter arbeiten“, erzählt die
Psychologin. Die ambulante Rehabilitation wird medizinisch begleitet und
erfordert von den Teilnehmern ein hohes Maß an Verbindlichkeit. Speziell
ausgebildete Suchttherapeuten der Fachstelle betreuen zurzeit vier ambulante
Gruppen und drei Nachsorgegruppen mit insgesamt etwa 80 Teilnehmern.
Anders als die Behandlung in der ambulante Reha, die vom
Rentenversicherungsträger finanziert wird, ist das Diakonische Werk bei der
weitergehenden Beratung auf eine Förderung durch die öffentliche Hand und vor
allem auf die Kirchensteuer angewiesen. „Die Beratung der Fachstelle Sucht wird
größtenteils aus Einnahmen der Kirchensteuer finanziert, die der Kirchenkreis
Herford zur Verfügung stellt. Wenn es die Kirchensteuer nicht gäbe, könnten wir
die Beratung in der Fachstelle Sucht nicht anbieten“, sagt Barbara
Geisler-Hadler, Fachbereichsleiterin im Diakonischen Werk.
Die Fachstelle Sucht ist eine Anlaufstelle für Menschen
aller Religionen und Nationalitäten. Weitere Infos zur Fachstelle Sucht gibt’s
telefonisch unter (05221) 5998-49 und im Internet unter www.diakonie-herford.de .
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