Dem Himmel so nah
Wir stehen auf zweitausend Metern Höhe und genießen den wunderschönen Ausblick. Vor uns erstreckt sich ein herrliches Alpenpanorama. Über uns sind die Wolken fasst mit Händen zu greifen. Hinter uns liegt ein anstrengender Aufstieg von sechshundert Höhenmetern, immer bergauf, auf schmalen Wegen und durch ausgetrocknete Flussläufe. Nach gut drei Stunden erreichen wir erschöpft und doch glücklich unser Ziel: das Gipfelkreuz. Es ist nicht nur der Höhepunkt unserer Wanderung, sondern für mich auch ein Zeichen zwischen Himmel und Erde, das mir das Gefühl der Nähe Gottes gibt.
In einem alten Wallfahrtslied aus der Bibel heißt es: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.“ Am späten Nachmittag kehren wir wohlbehalten von unserer Wanderung zurück. Gott hat nicht geschlafen und wir auch nicht!
Auf manchmal holprigen, steinigen Wegen begleitet uns Gott durchs Leben, hinauf zu den Gipfelpunkten und auch wieder hinab in die Niederungen unseres Alltags. Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie so manchen Gipfel besteigen können und dabei spüren, wie nah Ihnen der Himmel ist.
Kai-Uwe Spanhofer, Pfarrer in Schweicheln-Bermbeck-Sundern
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