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Es wäre so schön


Zwei Jungen auf dem Schulhof streiten sich. Der Stärkere schlägt heftig auf den am Boden Liegenden ein und beginnt auch noch, nach ihm zu treten. Ein Lehrer sieht das, geht mit seiner Kraft und Autorität dazwischen und bewahrt den Schwächeren vor weiteren Verletzungen.

Ein klassisches Beispiel, wie Macht Gewalt erst einmal effektiv stoppen kann. Und wenn es nicht beim Dazwischen-Gehen bleibt, wenn auch noch geschaut wird, warum dieser Konflikt so eskalieren konnte, zeigt es vielleicht auch, wie es möglich ist, Frieden zu stiften.

Es wäre so schön, wenn wir auch im Großen auf diese Weise Ordnung schaffen könnten. Und ich vermute, genau solche Beispiele haben Menschen im Kopf, wenn sie denken, es sei unsere Aufgabe, mit militärischen Mitteln Unschuldige zu schützen und Frieden in diese Welt zu bringen, z.B. in Afghanistan, in Libyen oder Syrien.

Das ganze hat nur mindestens zwei Haken. Zum einen gehört es zu Logik militärischer Mittel, dass sie immer auch das Leben Unbeteiligter gefährden. Zum anderen fehlt in unserer Welt der gute Lehrer oder Vater, der seine Macht uneigennützig aus Liebe und Gerechtigkeit einsetzt. Jeder Staat, den ich kenne, verfolgt mit seinem Engagement auch eigene Ziele und wird damit immer auch mehr oder weniger Partei im Konflikt. Somit steigt die Gefahr, dass der Krieg genau das zerstört, was er retten will.

Jesus hat um die Gefahr auch gerecht scheinender Gewalt gewusst. Bei seiner Verhaftung weist er das Schwert seiner Freunde zurück und geht den Weg der Gewaltlosigkeit, der ihn ans Kreuz bringen wird, aber auch zur Auferstehung.

Das lässt sich natürlich nicht direkt auf unsere Situation übertragen. Dennoch: Vieles spricht dafür, dass Krieg in aller Regel mit der Nächstenliebe nicht vereinbar ist. Diese Tatsache lässt uns allerdings nicht handlungsunfähig: Wir können auf vielfältige Weise versuchen, dem Unrecht zu begegnen, Diktatoren zeigen, dass sie unerwünscht sind, positive Handlungen fördern und nicht zuletzt Menschen aufnehmen, die vor der Gewalt fliehen.

Das alles ist nicht zum Nulltarif zu haben. Es kostet Geld, wahrscheinlich auch Macht. Aber in vielen Fällen trägt das dazu bei, dass etwas von der Liebe Raum gewinnt, die Gott seiner Welt zugedacht hat.

Hanno Paul, Pfarrer am Lukas-Krankenhaus Bünde


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