Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet
Monatsspruch Dezember – Jes 66, 13
Viele von uns sind daran gewöhnt, Gott als Herr oder Vater zu bezeichnen. Das ist für die meisten ganz selbstverständlich und hat auch eine gewisse Tradition, die ganz besonders in der Bibelübersetzung von Martin Luther begründet ist.
Der Monatsspruch für Dezember macht aber deutlich, dass es in der Bibel für Gott durchaus auch andere Vergleiche und Bezeichnungen gibt. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden lasse ich im Unterricht regelmäßig unterschiedliche Bibelstellen heraussuchen, in denen sich verschieden Bilder für Gott finden lassen. Denn davon gibt es in der Bibel eine ganze Reihe. So wird Gott natürlich oft als Herr, Vater, König und Herrscher bezeichnet, aber auch als Sonne, Licht, Auge und Brot oder eben als Bärin oder Mutter.
Es gibt also eine Vielzahl von Bilder und Vergleiche für Gott, die zum Teil sehr unterschiedlich, manchmal sogar regelrecht widersprüchlich sind. Für mich macht das deutlich, wie wenig Gott von uns doch überhaupt zu erfassen ist. „Du sollst dir kein Bild von Gott machen!“ heißt es bei uns in der Ergänzung zum ersten Gebot.
Dies gilt schon allein deshalb, weil es für uns eben gar nicht möglich ist, ein echtes Bild von Gott mit unserem Verstand zu erfassen. Gott kann von uns immer wieder nur neu und überraschend erfahren werden. Und dabei kann es durchaus sein, dass er uns manchmal wie ein strenger Herrscher, manchmal wie Licht und Sonne für unser Leben und durchaus auch mal wie eine Mutter vorkommen mag, die uns tröstet und mit ihrer Nähe für uns da ist.
Mit keinem dieser Bilder ist Gott wirklich hinreichend beschrieben, aber auch keins von ihnen geht an seiner Art vorbei. Auf jedes dieser Bilder dürfen wir uns getrost einlassen. Dann können wir auch die Botschaft von Weihnachten glauben und erfahren, dass Gott für uns sogar zu einem kleinen hilflosen Kind in der Krippe wird.
Carsten Fiefstück, Gemeindepfarrer in Dünne
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