Grundlagen des Lebens erhalten!
Die Synodenvorlage „Globalisierung gestalten“ der Evangelischen Kirche hat als eines der Herausforderungen, die sich aus der Gobalisierung ergibt, dieses Thema: Grundlagen des Lebens erhalten.
Es gibt Menschen, die erwarten, dass es im Gottesdienst um den Menschen vor Gott geht, darum wie ein Mensch vor Gott steht und besteht, wie er seine Lebenswirklichkeit im Horizont Gottes deuten kann bzw. soll. Das ist sicher eine wichtige Dimension unserer Gottesdienste.
Das Bekenntnis zu Gott als dem Schöpfer der Welt, das wir in jedem Gottesdienst sprechen, ist zunächst einmal Ausdruck des Staunens über die Welt, die wir vorfinden. „Herr, wie sind deine Werke so groß und so viel!“ (Psalm 104,24) Es ist das Wissen darum, dass wir in einer Welt leben, die wir selbst nicht geschaffen haben, einer Welt, die wir vorfinden. Durch die Entdeckungen der Naturwissenschaftler wird mir der Kosmos nicht entzaubert, sondern die Faszination wird für mich je größer, je mehr ich davon erfahre.
Nun hat sich aber unsere Einstellungen zur Schöpfung insoweit wesentlich verändert, als der moderne Mensch ganz andere Zugriffsmöglichkeiten auf die Welt hat, als es früher jemals gegeben war. Allzu gründlich hat gerade der westliche Mensch sich die Erde untertan gemacht. Die Zukunft des Lebens ist nicht zuletzt auch durch Eingriffe der Menschen mehr denn je gefährdet. Die Klimaerwärmung ist da nur ein Beispiel unter vielen.
Die Auseinandersetzung mit diesen drängenden Problemen ist sicher primär eine politische Aufgabe. Sich dieser Herausforderung aber zu stellen und nicht in Passivität zu verharren, ist auch eine Konsequenz, die sich aus dem Bekenntnis ergibt, dass Gott der Schöpfer des Lebens ist.
Aufgabe eines Christen ist notwendigerweise, mitzuwirken bei dem, was dem Leben dient. Martin Luther sieht diesen Dienst am Nächsten als Einlösung des 6. Gebotes: Du sollst nicht töten. Selbstverständlich meint das immer auch das Leben der nachfolgenden Generationen. Die spirituelle Praxis des Gottesdienstes hat also immer Auswirkungen auf unser Leben im Alltag unserer profanen Welt, weswegen wir uns dieser Thematik in einer Themenreihe in unserer Gemeinde stellen.
Pfarrer Rainer Wilmer, Bünde
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