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Jeder trägt Verantwortung
Da rollt er, der Kopf von Tony
Hayward, Vorstandschef von BP. Seit April strömt Öl aus einem
Bohrloch in den Golf von Mexiko, und trotz vieler Bemühungen ist das
Problem bis heute nicht verlässlich gelöst. Für die Umwelt ein
großes Fiasko, für BP ein finanzielles Debakel.
Da rollt er, der Kopf von Diego
Maradona, Fußballtrainer der argentinischen Nationalmannschaft. Nicht er sollte der eigentliche
Sündenbock für die Niederlage beim Viertelfinale der diesjährigen
WM sein, sondern seine beiden Assistenten. Aber weil er sich
schützend vor sie gestellt hatte, musste er ebenfalls gehen.
Da wird er vielleicht rollen, der Kopf
von Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerwald. Oder er rollt schon
bis diese Andacht erscheint. Noch ist nicht in alle
Einzelheiten geklärt, wie es zu der Katastrophe bei der Loveparade
kommen konnte, und wer alles dafür die Verantwortung zu tragen hat.
Dass Köpfe rollen,
Menschen in Führungspositionen zurücktreten müssen, wenn
Niederlagen, große Unglücke oder Katastrophen passieren, ist an
der Tagesordnung. Aber eines sollte
uns sehr bewusst sein: Ihr Kopf rollt stellvertretend.Ihr Kopf rollt,
weil auch viele andere sich falsch verhalten haben oder Anteil an
einem Geschehen tragen, die nicht zur Haftung herangezogen werden
können.
Und darum sollten wir es uns nicht zu einfach machen und nur
auf die Menschen schauen, die in den ersten Reihen stehen und zur
Rechenschaft gezogen werden. Verantwortung beginnt nicht erst da, wo
sie eingefordert oder eingeklagt wird. Verantwortung ist nicht nur an
bestimmte Ämter oder Positionen gebunden.
Wir alle stehen
letztlich in der Verantwortung für das, was in der Welt oder in
unserem Umfeld geschieht, denn wir sind ein Teil davon. Nehmen wir
z.B. das Öl. Es wird auch für uns, unseren Wohlstand, unser
Mobilität gefördert. Es käme einer Lüge gleich, würden wir uns
bequem zurücklehnen und denken, dass dies alles mit uns nichts zu
tun hat.
Wenn wir den
ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses: Ich glaube an Gott, den
Schöpfer des Himmels und Erde, und den Auftrag Gottes ernst nehmen,
diese Erde zu bebauen und zu bewahren, dann stehen wir alle in der
Pflicht unser Denken und Handeln immer wieder in den Blick zu nehmen
und zu prüfen, ob wir unserer Verantwortung gerecht werden und wenn
nicht, was zu ändern ist.
Pfarrerin Martina Harke, Philippus-Kirchengemeinde Bünde
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