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Mit welchen Worten sind Sie heute morgen geweckt worden?


Mit welchen Worten sind Sie heute morgen geweckt worden oder haben Sie ihren Partner, ihre Partnerin oder die Kinder geweckt?

Haben Sie heute Morgen nette, freundliche Worte gesagt oder eher abweisende zu hören bekommen?

Worte können wohltuende Wirkung haben und uns mit Schwung in den Tag gehen lassen. Sie können trösten, Mut machen und uns die Zuneigung anderer Menschen spüren lassen.

Worte können aber auch verletzen. Manche sind wie feine Nadelstiche, andere treffen tief. Worte, die mich als Kind tief getroffen haben, können mich mein ganzes Leben lang begleiten.

Beim Propheten Jesaja heißt es im 50. Kapitel in den Versen 4 und 5:

Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden.

Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet.

Einen besseren Kommunikationstil kann es eigentlich gar nicht geben.

‚Mit den Müden zur rechten Zeit das Rechte zu reden‘, das wünsche ich mir oft als Pfarrer.

Das werden Sie aber sicher auch aus Ihrem Alltag kennen, wenn Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn ein passendes Wort von uns suchen: Manchmal ist es das tröstende Wort, manchmal ein guter Ratschlag, manchmal vielleicht auch ein warnendes Wort aus eigener Erfahrung oder ein ermutigendes Wort.

Worte können viel zerstören. Unsere Worte erreichen nicht so ihren Empfänger, wie sie gemeint sind. Sie bewirken nicht, was sie sollen. Entweder weil wir nicht klar ausdrücken, was wir sagen wollen und was hinter unseren Worten an Gefühlen und Absichten steht.

Oder weil wir nicht die rechte Zeit nutzen.

Den rechten Ton zu treffen, das helfende Wort zu finden, ist gar nicht einfach.Dazu ist etwas Besonderes notwendig.

‚Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören.‘ heisst es in dem Text.

Gott weckt mein Ohr. Ein schönes Bild.

Oft hören wir nicht bewusst zu: Vielleicht kennen Sie auch die Situation, dass Sie sich mit jemandem unterhalten und plötzlich merken, Sie haben gar nicht richtig zugehört, was der Andere gesagt hat.

Aufmerksam zuhören ist eine Kunst: Was will mir mein Gegenüber eigentlich sagen?

In der Frühe, am Morgen, wo alles noch ruhig ist, nicht gleich viele Worte auf uns einprasseln, will Gott uns das Ohr wecken.

Die Chance der Stille: Die erste Zeit am Morgen nutzen, um auf Gott zu hören.

Wohlgemerkt, es geht nicht um das 'mit Gott sprechen'. Gott will uns die Ohren öffnen, damit wir ihn hören.

Ich weiß nicht, wie Sie Ihren Tag beginnen: Steht am Anfang das Frühstück, die Dusche oder die Lektüre der Tageszeitung?

Gott weckt uns das Ohr in der Stille, in der Besinnung darauf, wem wir unser Leben und die kostbare Zeit jedes Tages zu verdanken haben.

Sieghard Flömer, Gemeindepfarrer in der Lydia-Gemeinde Bünde

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